KI-Readiness: Mitarbeitende & Führungskräfte zur KI-Nutzung befähigen

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10. Juli 2025

Künstliche Intelligenz ist im Arbeitsalltag angekommen – aber doch noch nicht ganz. Viele fühlen sich unsicher im Umgang oder wissen nicht, wo sie anfangen sollen. Erfahre im Blogartikel, wie du Mitarbeitende und Führungskräfte zur produktiven KI-Nutzung befähigen kannst.

Zwischen Potenzial und Praxis: Die KI-Lücke im Arbeitsalltag

Künstliche Intelligenz (KI) ist längst kein Zukunftsthema mehr. Sie wird schon an vielen Stellen von Mitarbeitenden eingesetzt und verändert, wie wir arbeiten. Laut Daten von LinkedIn und Microsoft nutzen rund 75 % der Mitarbeitenden weltweit bereits KI-Tools wie ChatGPT, Copilot oder ähnliche Anwendungen in ihrem Arbeitsalltag. Was allerdings dabei interessant ist: Nur rund die Hälfte spricht offen darüber.

KI wird genutzt, aber oft im Verborgenen – man spricht hier auch von Schatten-KI. Dafür gibt es vielfältige Gründe – Angst vor höherer Arbeitsbelastung oder eigener Redundanz, Sorge vor Datenschutzproblemen oder negativer Beurteilung ihrer Kompetenz. Das zeigt, KI ist zwar bereits im Arbeitsalltag angekommen, allerdings herrscht an vielen Stellen Unsicherheit. Es fehlt an Orientierung, Sicherheit und Vertrauen. Um Potenziale nicht zu weiter auszubremsen, müssen sich Organisationen KI-ready werden. Ziel ist es, Organisationen und ihre Menschen dazu zu befähigen, KI sinnvoll und wirksam in ihre tägliche Arbeit zu integrieren.

Was bedeutet eigentlich KI-Readiness?

KI-Readiness beschreibt die Fähigkeit einer Organisation und ihrer Mitarbeitenden, mit KI produktiv und verantwortungsbewusst umzugehen. Es geht nicht darum, selbst Algorithmen zu entwickeln, sondern darum, KI-Technologien kompetent zu nutzen, ihre Funktionsweise zu verstehen und reflektiert mit Ergebnissen umzugehen.

Wichtiger Unterschied:

 

Im Gegensatz zu rein technischer Befähigung umfasst KI-Readiness nicht nur Tool-Kompetenz, sondern auch Haltung, ethisches Bewusstsein, kritisches Denken und ein Verständnis für die Veränderungen in Zusammenarbeit, Rollenbildern und Entscheidungsprozessen.

Konkret geht es um Fragen wie:

 

  • Verstehen Mitarbeitende die Grundlagen und Logik hinter KI?
  • Können sie Tools kompetent und reflektiert bedienen?
  • Wissen sie, wie sich ihre Rolle durch KI verändert?
  • Gibt es klare Leitplanken für Einsatz, Ethik und Qualität?
KI-Readiness ist kein einmaliges Projekt, sondern ein Kulturwandel mit neuen Kompetenzen, Denkweisen und Strukturen.

Warum KI-Readiness kulturelle Veränderung braucht

KI ist nicht einfach ein weiteres Tool. Sie verändert Denklogiken, Entscheidungsprozesse und Zusammenarbeit grundlegend. Wer KI nur auf technischer Ebene einführt, greift zu kurz.

Viele Organisationen fokussieren sich stark auf Tools, Prozesse und KPIs – die sichtbare Spitze des Eisbergs. Doch unter der Oberfläche wirken Haltungen, Ängste und unausgesprochene Erwartungen. Ohne kulturellen Wandel greift keine KI-Strategie nachhaltig.

Was Mitarbeitende wirklich brauchen

Damit Mitarbeitende KI als Chance und nicht als Bedrohung erleben, müssen mehrere Ebenen zusammenspielen. Die wichtigsten Faktoren im Überblick:

1. KI erlebbar machen

  • Live-Demos und konkrete Use Cases im eigenen Unternehmenskontext
  • Experimente mit generativen Tools in geschütztem Rahmen
  • Alltagsszenarien, die den Nutzen von KI greifbar machen

Beispiel: In einem troodi-Training arbeiten Teams mit einem internen KI-Assistenten, der Projektmanagement-Aufgaben erleichtert – niedrigschwellig, praxisnah, effektiv.

2. Niedrigschwellige Lernangebote mit Alltagsbezug

Selbstlernen mit E-Learning

  • Einstiegstrainings, die Basiskompetenzen vermitteln
  • Angebote für unterschiedliche Bedarfe und Erfahrungslevel
  • Fokus auf Selbstwirksamkeit: „Ich kann das lernen

3. Austauschformate & Communities

  • KI-Communities oder Peer-Gruppen im Unternehmen
  • Hackathons, Promptathons oder Learning Circles
  • Sichtbarkeit von Erfolgen, Fragen und Learnings

Beispiel: Die Bayerische Versicherung hat eine interne KI-Community aufgebaut – über 100 Mitarbeitende tauschen sich regelmäßig aus und treiben den Wandel gemeinsam voran.

KI-Readiness stärken: Die Rolle der Führungskräfte

Führungskräfte sind nicht automatisch KI-Expert*innen – aber sie haben eine Schlüsselrolle, wenn es um kulturelle Entwicklungen geht. Dabei kommt es auf zwei Ebenen an:

1. Selbst befähigt sein

  • Grundverständnis für KI, Chancen und Risiken entwickeln
  • Eigene Fragen klären: Was kann KI? Was nicht?
  • Unterstützungsangebote nutzen – z. B. Coaching oder Schulungen
  • Vorbild sein im Umgang mit Unsicherheiten und Lernen.

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2. Team befähigen und begleiten

  • Orientierung geben und Sicherheit schaffen
  • Einsatzmöglichkeiten gemeinsam reflektieren
  • Austauschformate ermöglichen und Erfahrungen sichtbar machen
  • Realistische Erwartungen setzen und Lernfortschritte anerkennen

Quick Wins für mehr KI-Readiness in deiner Organisation

Der Aufbau von KI-Readiness ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Wichtig ist, den Anfang zu machen. Auch kleine, gezielte Maßnahmen können viel bewirken, wenn sie klug geplant und sichtbar gemacht werden. Hier findest du vier konkrete Quick Wins, mit denen du Mitarbeitende und Führungskräfte für die KI-Nutzung befähigen kannst:

1. Zielgruppenspezifische Lernangebote

Stelle unterschiedliche Formate für unterschiedliche Bedarfe bereit – zum Beispiel KI-Basiskurse für alle, Trainings zu Prozessmoderation für Führungskräfte und spezielle Fokus-Sessions für Tech-Affine. So stellst du sicher, dass für alle interessante Inhalte zur Verfügung stehen.

2. Praxisnähe durch Use Cases

Ermögliche das direkte Ausprobieren im Arbeitskontext: Kleine Challenges, Promptathons oder interne KI-Labs machen das Thema konkret. Ermutige Mitarbeitende, KI für eine konkrete Aufgabe auszuprobieren, beispielsweise um die nächste Präsentation effizienter vorzubereiten.

3. Kommunikationsmaßnahmen mit Wirkung

Erzähle Erfolgsgeschichten aus dem Unternehmen: Wer hat was ausprobiert – und wie hat es geholfen? Nutze interne Newsletter, Team-Updates oder Intranet-Posts, um Mut zu machen und Inspiration zu teilen.

Wichtig dabei: Ziel ist nicht, alle zu Datenwissenschaftler*innen zu machen. Ziel ist es, Selbstwirksamkeit zu fördern: „Ich weiß, was ich tun kann – und wo ich Hilfe finde.“

Fazit

Künstliche Intelligenz ist bereits Teil des Arbeitsalltags, doch viele Mitarbeitende fühlen sich im Umgang noch unsicher. Um das volle Potenzial auszuschöpfen, braucht es mehr als Technologie:


Es braucht Orientierung, Vertrauen und die gezielte Entwicklung von Kompetenzen. KI-Readiness bedeutet deshalb nicht nur Wissen über Tools, sondern auch eine offene Haltung, kritisches Denken und Anwendungssicherheit im Alltag.

Führungskräfte spielen dabei eine zentrale Rolle – nicht als Expert*innen, sondern als Vorbilder und Lernbegleiter. Entscheidend ist, dass Lernen nicht punktuell stattfindet, sondern als kontinuierlicher Prozess gestaltet wird. Wer klare Kommunikation mit praxisnahen Lernformaten und Austauschmöglichkeiten verbindet, legt den Grundstein für eine souveräne und zukunftsfähige Nutzung von KI in der eigenen Organisation.

Möchtest du in deinem Unternehmen eine KI-Readiness-Initiative starten? Sprich uns gern an, um einen Testzugang zu unseren KI-Lernprogrammen zu erhalten. Wir schauen gerne gemeinsam, wie wir sie in deiner Organisation am besten einsetzen können.

KI Readiness – Unterstützungspotenziale erkennen und nutzen

Für alle, die KI sinnvoll in ihrem Arbeitsalltag einsetzen wollen. Dieses Programm zeigt praxisnah, wie man Potenziale erkennt, rechtliche Grundlagen versteht und den Umgang mit KI-Ergebnissen reflektiert.

KI Readiness – Strategien für Führungskräfte

Für Entscheider*innen, die den kulturellen und strategischen Wandel aktiv gestalten möchten. Mit Fokus auf Führung, gezielte Beteiligung und förderliche Rahmenbedingungen für eine verantwortungsvolle KI-Integration.

Jacqueline Soldan
Marketing Managerin
Als Marketing Managerin bei troodi ist Jacqueline in sämtliche Marketing Aktivitäten über verschiedene Kanäle involviert. Ihren professionellen Hintergrund hat sie im Event Management mit einem Bachelor in International Business Communication, Schwerpunkt Marketing und Personalmanagement.

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