Warum fällt es uns so schwer, schwierige Botschaften zu übermitteln?
Ob es um eine unangenehme Rückmeldung, eine Rollenveränderung oder den Abschied von Mitarbeitenden geht – früher oder später steht jede Führungskraft vor der Aufgabe, eine schwierige Botschaft zu übermitteln. Und genau hier entsteht innere Spannung: Einerseits willst du ehrlich und klar kommunizieren. Andererseits möchtest du deine Gegenüber nicht verletzen oder das Vertrauen gefährden.
Diese Ambivalenz ist menschlich und zeigt, wie sehr wir uns wünschen, gute Beziehungen aufrecht zu halten. Gleichzeitig gehört es zu verantwortungsvoller Führung, auch dann Klarheit zu schaffen, wenn sie unbequem ist.

Vor dem Gespräch: Haltung und bewusste Vorbereitung
Selbstreflexion als Ausgangspunkt
Frage dich ehrlich: Was macht dieses Gespräch für mich schwierig?
Vorbereitung und Klarheit schaffen
Bereite dich auf das Gespräch vor, indem du die Kernbotschaft in einem Satz formulierst.
- Was soll am Ende klar sein?
- Welche Punkte sind dir besonders wichtig?
- Und was willst du vermeiden, weil es nur ablenken würde?
Emotionale Dynamik verstehen

Struktur als innere Orientierung

Die Gesprächsraute erinnert daran, dass jedes Gespräch eine Dramaturgie hat: vom bewussten Einstieg über den klaren Kern bis zum respektvollen Abschluss.
Während des Gesprächs: Klarheit trifft Empathie
Ehrlichkeit als Zeichen von Respekt
Präsenz und Ruhe behalten
Emotionen zulassen, Grenzen wahren
Vielleicht reagiert dein Gegenüber mit Traurigkeit, Wut oder Rückzug. All das ist normal. Achte darauf, dass du empathisch bleibst, aber deine Rolle als Gesprächsführende*r nicht verlierst. Vertrauen entsteht, wenn du beides zeigen kannst: Verständnis und Klarheit.
Nach dem Gespräch: Vertrauen erhalten
Orientierung geben
Ansprechbar bleiben
Eigene Reflexion
Auch für dich lohnt sich ein kurzer Blick zurück:
- Was ist dir gelungen?
- Wo warst du unsicher?
- Welche Reaktion hat dich überrascht?
Wenn viele betroffen sind: Kommunikation im Team
Manchmal betrifft eine Botschaft nicht nur eine einzelne Person, sondern ein ganzes Team. Solche Situationen erfordern besondere Aufmerksamkeit.
Kläre im Vorfeld, welche Informationen bereits gesichert sind und welche noch offenstehen. Überlege dir, wer wann was erfahren sollte, die Reihenfolge kann entscheidend sein. Je transparenter du hier vorgehst, desto eher bleibt das Vertrauen erhalten.
Schwierige Botschaften mit Haltung und Klarheit
Schwierige Gespräche gehören zum Arbeitsalltag. Sie sind kein Zeichen von Scheitern, sondern Ausdruck von Verantwortung. Wer Haltung, Klarheit und Empathie verbindet, kann selbst in herausfordernden Momenten Vertrauen stärken. Klarheit erfordert Mut und ist eine Form von Wertschätzung.


