Was ist New Work?
New Work

21. September 2022

Unsere Arbeitswelt verändert sich rasant durch die zunehmende Digitalisierung und Globalisierung. Das Konzept New Work reagiert auf diese Veränderungen. Doch was genau steckt hinter dem Begriff? Und wie lässt sich New Work praktisch umsetzen?

Der Ausdruck „New Work“ entstand zu Beginn der dritten industriellen Revolution in den 1970er Jahren in den USA. Der österreichisch-amerikanische Sozialphilosoph Prof. Dr. Frithjof Bergmann und seine Kolleg*innen untersuchten, welche Möglichkeiten sich den Menschen in Automobilfabriken boten, die im Zuge der Automatisierung ihren Job verloren hatten. In ihrem Institut für neue Arbeit unterstützten sie die Fabrikarbeiter*innen dabei, gemeinsam herauszufinden, was sie in ihrem Leben erreichen wollen. Die häufigste Antwort war „to make a difference“, also einen sinnstiftenden und bedeutsamen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten.

Was macht den Begriff 50 Jahre nach den ersten Untersuchungen nun wieder so relevant und aktuell? Durch künstliche Intelligenz und Automatisierung verändern sich die Arbeitsstrukturen von sehr vielen Menschen grundlegend. Die klassischen Arbeitsstrukturen verschwinden zunehmend und schaffen Platz für neuere flexiblere Vorstellungen von Arbeit. Hier fallen die Grundgedanken von New Work, wie Sinnhaftigkeit, Eigenverantwortung und Gemeinschaft, auf fruchtbaren Boden.

Die Prinzipien von New Work

Bei dem Konzept New Work wird der Mensch in den Mittelpunkt gerückt und der Fokus auf Potenziale und die individuelle Selbstverwirklichung gelegt. Die Mitarbeitenden werden verstärkt in unternehmerische Entscheidungen eingebunden. „Vorgaben durch Vorgesetzte“ gehören so nicht mehr zum Arbeitsalltag. Es entstehen flache Hierarchien und eine Vertrauenskultur.

Ein weiteres Augenmerk der New Work-Philosophie liegt auf den Entwicklungsperspektiven in der eigenen Arbeit. Wie können Mitarbeitende ihre ganze Persönlichkeit in ihre Arbeit einbringen und an den jeweiligen Inhalten wachsen? Zudem fördert New Work Diversität und interkulturelle Zusammenarbeit. Daraus können schließlich mehr Innovationen hervorgehen.

In New Work wird der Unternehmenserfolg breiter definiert als in „klassischen“ Unternehmen. Nachhaltigkeit, Gesundheit und Achtsamkeit sind dabei genauso relevant wie Umsatz und Gewinn.

New Work ist ein vielschichtiges Konstrukt und lässt sich nicht auf einige wenige Elemente herunterbrechen. Jedoch finden sich in Organisationen, die vom New Work Konzept geprägt sind, häufig mehrere der folgenden Punkte:

  • Remote Work
  • Flexible Arbeitszeiten
  • Crossfunktionale Teams
  • Coworking-Areas
  • Sabbaticals
  • Agile Arbeitsmethoden, z.B. Scrum oder Design Thinking
  • Flache Hierarchien
  • Selbstorganisierte Teams
  • Partizipative Entscheidungsprozesse
New Work Grafik

Wie kann New Work in Organisationen umgesetzt werden?

Die praktische Umsetzung von New Work unterscheidet sich von Unternehmen zu Unternehmen. Es gibt keine Standardlösung, da jede Organisation individuelle Bedürfnisse mitbringt und sich verschiedenen Herausforderungen stellen muss. Grundvoraussetzung ist jedoch die Einstellung, dass berufliche Weiterentwicklung und persönliche Entfaltung bzw. Freiheit kombinierbar sind.

Um eine solche Freiheit zu ermöglichen, ist eine geeignete IT-Infrastruktur notwendig, die zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten datenschutzkonform ermöglicht. Handelt es sich um eine Umstrukturierung der Arbeitsformen oder die Verwendung neuer Tools, sind entsprechende Schulungen empfehlenswert.

Außerdem funktionieren klassische Führungsstile im New Work Konzept nicht mehr. Führungskräfte fungieren hier eher als Coaches und Moderator*innen, die motivieren und inspirieren. Sie pflegen eine offene Fehlerkultur, in der alles angesprochen und hinterfragt werden kann.

Offene Fehlerkultur

Um New Work in Organisationen erfolgreich umzusetzen, braucht es also vor allem eine Veränderung in der Denkweise. Um die Motivation und Begeisterung aller Beteiligten zu stärken, sind Aspekte wie eine transparente Kommunikation, die Bereitschaft für Veränderung und die aktive Einbindung der gesamten Belegschaft elementar.

Fazit

Viele der Ideen, die hinter dem Begriff New Work stehen, sind gar nicht so neu. Trotzdem oder genau deshalb sind sie heute so wichtig. Der Wunsch nach einer sinngebenden und persönlich bedeutsamen Arbeit erstreckt sich über Generationen und Bildungshintergründe.

Durch New Work können Organisationen auf veränderte Arbeitsbedingungen reagieren und ein attraktiveres Arbeitsumfeld für ihre Mitarbeitenden schaffen, von dem sie auch selbst profitieren.

Du möchtest mehr über das Konzept von New Work lernen? Bei troodi bieten wir ein Lernprogramm an, um dich genau dabei zu unterstützen. Unser New Work Experte Julian Wonner begleitet dich durch die einzelnen Kapitel. Das kannst du alles aus dem Lernprogramm mitnehmen:

  • Definition und Entstehung des New Work Begriffs
  • Reflektion des eigenen Purpose
  • Gestaltung von Teamarbeit auf Augenhöhe
  • Alternative Team- und Organisationstrukturen
  • Rahmenbedingungen für die Umsetzung von New Work

Neugierig? Schau gerne mal in den Trailer von unserem Lernprogramm.

Du kannst dir auch einfach einen kostenlosen Testzugang erstellen oder uns bei weiteren Fragen per Mail oder telefonisch kontaktieren.

Jasmin Lütke-Laxen
Jasmin kommt ursprünglich aus Münster und studierte Design- und Projektmanagement in Soest. Im Rahmen ihres Studiums sammelte sie diverse Praxiserfahrung im Bereich Kommunikationsdesign, Produktmanagement und Online-Marketing. Sie ist in der Medien- und Marketing-Welt zuhause.

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